Der siebte Band eines radikal knappen und sprachgewaltigen Prosa-Lebenswerks, das in scharfkantigen, oft nur halbseitigen Textzellen die Abgründe von Macht, Kriegstraumata, Mitläufertum und individuellem Widerstand seziert. [1, 2, 3]
Die Stilistik und der Inhalt:
Kaleidoskopartige Autobiografie: Das Buch bietet keine zusammenhängende Romanhandlung, sondern eine feinsinnig verästelte Kette von autobiografisch verbürgten Begebenheiten, Anekdoten und Reflexionen.
Ethik der Sprache: Geschult an Karl Kraus, schreibt Guttenbrunner mit radikaler Genauigkeit und Verknappung. Jedes Prosastück wirkt wie eine komprimierte Sprengladung gegen die Bequemlichkeit der Nachkriegsgesellschaft.
Das „Machtgehege“: Metaphorisch beschreibt der Titel das Dickicht und Gestrüpp gesellschaftlicher Macht- und Kontrollstrukturen, an denen sich der Einzelne zeitlebens abarbeitet.
Michael Guttenbrunner, geb. 7. September 1919 in Althofen in Kärnten. Aus ärmlichen Verhältnissen stammend, war er früh zur Selbstständigkeit gezwungen. Er war auch früh politisch aktiv: Wegen illegaler Betätigung für die sozialdemokratische Partei wurde er im "Ständestaat" 1935 verhaftet. 1938 wurde er in Wien wegen regimefeindlichen Verhaltens von der Ausbildung zum Graphiker ausgeschlossen, seine Einberufung 1940 hinderte ihn nicht an der Beibehaltung seiner regimekritischen Haltung. Nach dem Krieg war er wiederum ein unbequemer Zeitgenosse, war in verschiedenen Berufen tätig. Seine erste literarische Veröffentlichung datiert von 1947. Er schrieb keine "moderne" Literatur. Sein Vorbild war Karl Kraus. Er blieb mit Absicht ein Außenseiter des Literaturbetriebes, er war zu keinen Kompromissen bereit. Mit seinem Werk ist er für die österreichische Literatur durchaus das, was Ludwig Hohl für die Schweiz bedeutet. Michael Guttenbrunner lebte seit 1954 in Wien, wo er am 12. Mai 2004 starb.
- Herausgeber : Rimbaud; 2003
- Taschenbuch : 72 Seiten
- ISBN-10 : 389086693X
- ISBN-13 : 9783890866932
