Sieht aus wie neu
Eine Geschichte aus dem Herzen und anderen Organen der Schweiz
Zwischen Stanserhorn und Pilatus spielt sich in den 1950er Jahren die Tragikomödie der Rosmarie und des Kobi D. und ihrer drei Kinder ab. Für die Behörden ist die Sachlage von Anfang an klar: Trunksucht, ausschweifender Lebenswandel, unziemliche Sprache, Liederlichkeit, Gottlosigkeit und Unfähigkeit der Haushaltführung. Wenig braucht es, um beide Elternteile zu bevormunden, die Kinder gleich nach der Geburt der Mutter wegzunehmen und zur Adoption freizugeben. Zu ihrem eigenen Besten wird der Vater dann im Stollenbau des Militärs eingesetzt und die Mutter wird kurzerhand für zwei Jahre in eine Arbeitserziehungsanstalt versorgt. Während ihres ganzen Lebens versucht die Mutter, ihre Kinder zu finden und schickt entweder flehentlich-unterwürfige oder wütend-aufrührerische Briefe an die Amtsstellen. Ihr gelingt es nicht. Hingegen unternimmt später der im Ausland herangewachsene Sohn die Suche und entdeckt zuerst die Geschichte seiner beiden Schwestern und dann die Wahrheit über seine Eltern. Die Autorin hat dieses Buch mit Herz und Liebe geschrieben. Völlig unspektakulär setzt sie Ereignis um Ereignis aneinander, die schrecklichen und die banalen, und am Ende bleibt die Berührtheit über diese Frau Rosmarie. Und obwohl die Autorin ganz strikt auf der Ebene der konkreten Ereignisse bliebt - oder eben deswegen - wird ‚ihre‘ Rosmarie zu einer Heroine, die, gerade weil sie an ihrem Schicksal fast zerbricht, ihr Schicksal erfüllt. Ega Friedman, Psychotherapeutin, Schriftstellerin Damals haben wir Menschen, die aus dem Rahmen fallen, bevormundet und weggesperrt. Doch wie geht unsere Gesellschaft, zwei Generationen später, mit jenen um, die am Rand stehen? Die beklemmende Geschichte von Rosmarie mahnt, auch für die heute Ausgegrenzten das Wort zu ergreifen. Dominik Thali, Kommunikationsverantwortlicher der kath. Kirche im Kt. Luzern Wären es nicht die Originaldokumente, so würde man die Geschichte nicht glauben können. Weder verletzend noch anklagend schreibt die Autorin in ihrer unverwechselbaren Sprache, die so eigentümlich und doch so lebensnah ist. Damit packt sie die Leserinnen und Leser. Die Erzählung ist ein Stimmungsbild aus einer nicht zu allzu fernen Zeit. Sie hat mich berührt und tief betroffen gemacht. Walter Weibel, Pädagoge und Theologe Autorin: Ursula Lang ist zufällig zu den Original-Unterlagen dieser Geschichte gekommen. 2004 wurde der Text als Fortsetzungsgeschichte im „Seetaler Bote“ veröffentlicht. Aufgrund der Diskussionen über das Thema administrativ- und zwangsversorgter Menschen im Februar 2013 und der öffentlichen Entschuldigung der heutigen Behörden ist der Text erneut aktuell geworden und ist deshalb nun als Buch im Verlag „Beides&Alles“ erschienen.
- Herausgeber : Beides & Alles
- Erscheinungstermin : 2018
- Seitenzahl : 170 Seiten, SC
- ISBN-10 : 3033043518
- ISBN-13 : 9783033043510
- Abmessungen : 15.24 x 1.09 x 22.86 cm
